AOK - PRESSEMITTEILUNG

 26.11.2015
HIV: Betroffenen-Zahlen steigen, weil Überlebenschancen steigen

Am Dienstag ist Welt-AIDS-Tag – AOK veröffentlicht regionale Zahlen
Ulm/Biberach, 26. November 2015: Nicht immer ist ein Anstieg von Betroffenen schlecht. Im Fall von HIV-positiven Personen ist er erfreulich: Ihre Zahl nimmt bundesweit wie auch in Biberach, Ulm und dem Alb-Donau-Kreis zu. Das liegt maßgeblich daran, dass die Infektion, die bis vor 20 Jahren einem Todesurteil gleich kam, heute gut und flächendeckend behandelbar ist und die Krankheit AIDS nur noch selten ausbricht. Trotzdem warnt die AOK gerade Jugendliche vor Sorglosigkeit: Noch immer ist HIV nicht heilbar, und die Therapie bringt harte Einschnitte in den Alltag mit sich.

Im Gesamtgebiet der AOK Ulm-Biberach ist die Zahl der HIV-positiven Versicherten im Fünf-Jahres-Vergleich leicht steigend: von 65 Personen in 2009 auf 89 im vergangenen Jahr. Damit sind aktuell 0,04 Prozent der Gesamtbevölkerung betroffen. Der landesweite Anteil ist doppelt so hoch. Für die einzelnen Bereiche ermittelt die AOK Ulm-Biberach folgende Zahlen:

· In Ulm liegt die Prävalenz wie in Gesamt-Baden-Württemberg bei 0,08 Prozent. Die Zahl der Betroffenen ist seit 2009 etwa gleichbleibend; rund 30 Personen sind HIV-positiv (2014).
· Im Alb-Donau-Kreis hat sich die Zahl um ein Drittel in fünf Jahren erhöht, von 18 auf 24 Personen. Die Prävalenz ist mit 0,03 Prozent am niedrigsten.
· In Biberach verzeichnet die AOK eine Zunahme von zwei Dritteln in fünf Jahren (2009: 21 Personen, 2014: 35 Personen) und eine Prävalenz von 0,04 Prozent.

Die meisten HIV-positiven Menschen sind heute zwischen 35 und 59 Jahre alt (die Detailzahlen beziehen sich, da lokal die Fallzahl zu gering ist, auf die AOK-Versicherten ganz Baden-Württembergs mit 3.189 infizierten Personen). Generell gilt: Je älter, desto höher ist der Anteil an Männern: In der Altersgruppe 65 bis 74 machen sie 80 Prozent aus, bei den 50- bis 64-Jährigen noch 75 Prozent, bei den 35- bis 39-Jährigen nur noch 58 Prozent. Erstaunlich ist, dass der Anteil der männlichen Infizierten bei den unter 35-Jährigen wieder steigt.

„Die Anzahl der Patienten, die wegen HIV oder AIDS in Behandlung sind, ist seit 2011 leicht gestiegen. Das klingt beängstigend. Hintergrund ist aber, dass Infizierte heute aufgrund der medikamentösen Therapien immer länger leben und sich deshalb auch länger in Behandlung befinden“, kommentiert Dr. Sabine Schwenk, Geschäftsführerin der AOK Ulm-Biberach, die aktuell veröffentlichten Zahlen. „Die positive Botschaft ist daher: Es sterben weniger Menschen an AIDS. Dank spezieller Medikamente können Betroffene heute lange und weitgehend frei von der durch HIV ausgelösten Erkrankung AIDS leben. Eine Heilung ist aber noch immer nicht möglich!“, warnt sie.
Wichtig bei der Bekämpfung von HIV ist, dass potenzielle Träger des Virus‘ sich auch testen lassen. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass etwa 15 Prozent aller Erkrankten in Deutschland ohne gesicherte Diagnose lebt. Seit 1988 organisieren die Vereinten Nationen den Welt-AIDS-Tag, um aufzuklären und Betroffenen Solidarität zu signalisieren.
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