TK-Pressemitteilung: Viele junge Baden-Württemberger haben Probleme mit der Schilddrüse

 19.10.2015
Stuttgart, 19. Oktober 2015. Die Diagnose Schilddrüsenerkrankung wurde 2013 in Baden-Württemberg bei insgesamt 8,5 Prozent der Studierenden und bei 9,0 Prozent der jungen Erwerbspersonen zwischen 20 und 34 Jahren gestellt. Das geht aus dem Gesundheitsreport 2015 der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Frauen waren in beiden Gruppen viermal so häufig betroffen, wie die gleichaltrigen Männer. Am häufigsten wurde dabei die Diagnose "Sonstige Hypothyreose" dokumentiert. Bei 5,7 Prozent der jungen Erwachsenen stellte der Arzt somit eine Unterfunktion der Schilddrüse fest. Das war die höchste Diagnoserate bundesweit, der Durchschnitt lag bei 4,7 Prozent.

In der Konsequenz erhalten auch immer mehr junge Erwachsene in Baden-Württemberg Schilddrüsenpräparate. Die Verordnungsrate für Schilddrüsenhormone bei TK-Versicherten zwischen 20 und 34 Jahren hat sich seit 2006 nahezu verdoppelt und liegt nun bei Studierenden bei 5,9 Prozent und jungen Erwerbspersonen bei 6,3 Prozent.

Ansteigende Diagnose- und Behandlungsraten lassen auf den ersten Blick vermuten, dass eine Erkrankung häufiger vorkommt. "Es ist wenig wahrscheinlich, dass es in Baden-Württemberg und bundesweit, ohne Veränderung der Lebensbedingungen, zu einem solchen Anstieg von Schilddrüsenerkrankungen kommen kann", erklärt Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg. Plausibler erscheine, dass veränderte diagnostische Möglichkeiten und Kriterien auch zu veränderten Behandlungsstrategien führten. "Es ist unbefriedigend, dass es trotz beachtlicher Erkrankungsraten in Deutschland keine Leitlinie zum Thema Diagnostik und Therapie der Hypothyreose gibt", so Vogt.

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