TK-Pressemitteilung: Rückenoperationen - Frauen zunehmend skeptisch

 17.03.2015
Stuttgart, 12. März 2015. Die Diskussion über unnötige Operationen zeigt offenbar Wirkung: Die Zahl der Rückenoperationen in den baden-württembergischen Krankenhäusern ist von 2012 auf 2013 deutlich gesunken. Während sich im Jahr 2012 noch 21.385 Patientinnen und Patienten für eine Rückenoperation unters Messer legten waren es ein später nur noch rund 20.239. Die TK bezieht sich dabei auf Angaben des Statistischen Landesamtes.
Vor allem bei den Frauen ist der Rückgang deutlich spürbar von 10.892 auf 10.007. Bei den Männern ist zwar ebenfalls eine Reduzierung von 10.493 auf 10.232 zu verzeichnen, jedoch in eindeutig geringerem Umfang. "Damit bestätigt sich, dass Frauen bei medizinischen Fragen viel mehr eigenständig entscheiden möchten als Männer und ärztliche Entscheidungen stärker hinterfragen", sagte Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg, anlässlich des Tages der Rückengesundheit am 15. März 2015.

Skepsis ist durchaus angebracht. Vogt rät allen Patientinnen und Patienten, sich vor einer Rückenoperation gründlich zu informieren. "Rund 80 Prozent aller vorgeschlagenen Operationen sind nicht notwendig. Das zeigen die Ergebnisse unseres Projekts 'Zweitmeinung Wirbelsäulen-OP', bei dem bundesweit bereits rund 1500 Patienten teilgenommen haben, darunter 140 aus Baden-Württemberg.

Dabei untersucht in einem von 30 bundesweit eingerichteten Schmerzzentren ein Expertenteam aus Physio-, Schmerz- und Psychotherapeuten die Patienten erneut und empfiehlt gegebenenfalls eine Alternativtherapie. Aus Baden-Württemberg beteiligen sich zwei Schmerzzentren aus Fellbach und Göppingen an dem Projekt.

Hinweis für die Redaktionen

· Volkswirtschaftlich schlagen Rückenschmerzen massiv zu Buche. Laut TK-Gesundheitsreport fehlte im vergangenen Jahr im Durchschnitt jeder Arbeitnehmer rund 2,4 Tage wegen Rückenschmerzen, das sind rund 20 Prozent aller wegen Krankheit ausgefallener Arbeitstage.

· Über eine Million Baden-Württemberger erhalten pro Jahr von ihrem Arzt Heilmittel wegen Rückenschmerzen verordnet, zu 80 Prozent physiotherapeutische Anwendungen wie etwa Krankengymnastik (Quelle: Verordnungsreport Baden-Württemberg des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung MDK).

Weitere Informationen zum Thema „Rückengesundheit“ erhalten Sie im Internetangebot der TK.



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