TK-Pressemitteilung: Baden-Württemberg mit niedrigster Depressionsrate bundesweit

 28.01.2015

Stuttgart, 28. Januar 2015. Depressionen gehören mittlerweile zu den Hauptursachen von Krankschreibungen bei Deutschlands Beschäftigten. Allein die Techniker Krankenkasse (TK) verzeichnete 2013 fast 4,3 Millionen Fehltage aufgrund depressiver Episoden und chronischer Depressionen. Das bedeutet einen Anstieg der Fehlzeiten von 69 Prozent gegenüber dem Jahr 2000. Dabei wurden für Baden-Württemberg mit 0,84 Fehltagen pro Erwerbsperson 2013 die geringsten Fehlzeiten aufgrund von Depressionen ermittelt. Den höchsten Wert erreicht Hamburg mit 1,42 Fehltagen pro Erwerbsperson, der bundesweite Durchschnitt liegt bei 1,04 Fehltagen.


Die Diagnose Depression trägt vor allem wegen der langen Dauer der Krankheitsfälle von durchschnittlich 64 Tagen pro Fall wesentlich zum Arbeitsunfähigkeitsgeschehen bei. Der Anteil der Betroffenen ist mit 1,16 Prozent der männlichen und 2,1 Prozent der weiblichen TK-versicherten Erwerbspersonen bundesweit relativ niedrig (Gesamt: 1,59 Prozent). Die niedrigste Gesamtbetroffenenrate konnte mit 1,39 Prozent wiederum in Baden-Württemberg festgestellt werden: Hier waren 1,07 Prozent der Männer und 1,77 Prozent der Frauen wegen einer Depression arbeitsunfähig. Damit sind der Frauenanteil und auch der Geschlechterunterschied hier am geringsten. Allerdings bewegen sich die Betroffenenraten innerhalb Baden-Württembergs nicht auf einheitlichem Niveau. In Pforzheim, Rottweil und Mannheim liegen sie beispielsweise über dem Bundesdurchschnitt.


Ein etwas anderes Bild ergibt sich, wenn man die Verordnungen von Antidepressiva betrachtet. Hier liegt Baden-Württemberg mit einer Betroffenenrate von 5,91 Prozent der TK-versicherten Erwerbspersonen nur knapp unter dem Bundesdurchschnitt (5,97 Prozent). "Nicht jeder der eine Depression hat, wird krankgeschrieben", erklärt Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg. "Auch einige Regionen mit unterdurchschnittlichen depressionsbedingten Fehlzeiten weisen relativ hohe Verordnungsraten für Antidepressiva auf, wie zum Beispiel Heilbronn". Weitere Regionen in Baden-Württemberg mit deutlich überdurchschnittlichen Verordnungsraten bei geringeren Fehlzeiten sind Heidelberg und der Rhein-Neckar-Kreis sowie Freiburg. Vor allem in den neuen Bundesländern werden Antidepressiva deutlich zurückhaltender verordnet.


28.01.2015 MS
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