TK: Psychiatrische Kliniken sollen neues Vergütungssystem anwenden

 25.10.2014
Stuttgart, 21. Oktober 2014.

Die Techniker Krankenkasse (TK) in Baden-Württemberg fordert die 85 psychiatrischen Kliniken im Land auf, zum Jahreswechsel auf das neue pauschalierte Entgeltsystem für Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP) umzusteigen. "Für weiteres Zögern gibt es keinen Grund mehr", sagte Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg, heute in Stuttgart. "Alle Ampeln stehen auf grün."

Die TK sieht in dem neuen Entgeltsystem die Chance, die Behandlung psychischer kranker Menschen transparenter zu machen. Derzeit gilt bei den psychiatrischen Kliniken noch eine einheitliche Vergütung pro Tag und Krankenhaus - unabhängig vom Behandlungsaufwand und dem Schweregrad der Erkrankung.

"Mit dem neuen Vergütungssystem wird eine viel differenziertere Betrachtung der Behandlungsabläufe möglich. Damit kann das Geld dorthin gelenkt werden, wo es am dringendsten benötigt wird", betonte Vogt. Dies komme auch den Patientinnen und Patienten zugute.

Nach Angaben der TK wurden die Bedingungen für einen Umstieg auf das neue System nun noch einmal deutlich verbessert und Kritikpunkte aus dem Weg geräumt. So können Krankenhäuser, die sich bereits vor der verbindlichen Einführung von PEPP zum 1. Januar 2017 für einen Umstieg entscheiden, eine doppelt so hohe Steigerung des finanziellen Budgets erhalten.

"Auch die Abrechnung der Leistungen wurde im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen deutlich attraktiver. So kann beispielsweise der Entlassungstag nun zusätzlich abgerechnet werden", erläuterte Vogt. Zudem werde den Kliniken garantiert, in den Jahren 2017 und 2018 durch einen Umstieg keine finanziellen Einbußen zu erleiden.

"PEPP ist ein lernendes System. Deshalb ist es im Interesse der Patientinnen und Patienten geboten, dass möglichst viele Krankenhäuser frühzeitig umsteigen", so Vogt. Bislang haben jedoch nur wenige Kliniken den Wechsel auf das neue System vorgenommen, unter anderem die Universitätskliniken in Ulm und Tübingen.

In Baden-Württemberg wurden im Jahr 2012 insgesamt über 66.000 Menschen vollstationär aufgrund von psychischen Problemen und Verhaltensstörungen behandelt worden. Im Jahr 2002 waren es noch rund 52.000, so dass innerhalb von zehn Jahren ein Zuwachs von rund 27 Prozent zu verzeichnen ist. Die TK bezieht sich dabei auf Angaben des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg.

Hintergrundinformationen zu PEPP

Quelle:Techniker Krankenkasse
Landesvertretung Baden-Württemberg
Presselstraße 10, 70191 Stuttgart
www.tk.de/lv-badenwuerttemberg

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