Umfrage: Baden-Württemberg hat die gerechtesten Lehrer

 10.09.2014
Stuttgart, 10. September 2014.

Im Urteil der Eltern kommen die Schulen in Baden-Württemberg im bundesweiten Vergleich am besten weg. Ungerechte Behandlung durch Lehrer, zu lange Schultage oder mangelnde Bewegungsmöglichkeiten werden von den Eltern im Südwesten deutlich weniger kritisiert als in den übrigen Bundesländern. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK).

Auf die Frage "Wodurch wird ihr Kind unter Druck gesetzt?" nannten zwölf Prozent der Eltern in Baden-Württemberg einen zu langen Schultag (bundesweit 17 Prozent, in Nordrhein-Westfalen sogar 25 Prozent). Ungerechte Behandlung durch Lehrer beklagten in Baden-Württemberg acht Prozent der Eltern (bundesweit 14 Prozent, in NRW 18 Prozent). Mangelnde Bewegungsmöglichkeiten an den Schulen kritisierten fünf Prozent der Erziehungsberechtigten (bundesweit zehn Prozent, in den nördlichen Bundesländern 14 Prozent).

Auch Streitigkeiten unter Schülern werden in Baden-Württemberg nicht so stark als Problem empfunden wie in anderen Bundesländern. Zwei Prozent der Eltern in Baden-Württemberg sehen ihre Kinder dadurch belastet (sechs Prozent im Bundesgebiet, in Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sogar 17 Prozent).

Mit großem Abstand am stärksten unter Druck gesetzt sehen Eltern ihre Kinder im Südwesten und in ganz Deutschland gleichermaßen durch zu schwere Schultaschen. Jeweils 35 Prozent der Befragten sehen hier deutlichen Handlungsbedarf. An zweiter Stelle folgt "zunehmender Leistungsdruck oder Angst vor schlechten Noten". 19 Prozent der Eltern in Baden-Württemberg nannten diesen Punkt (18 Prozent bundesweit).

"Es ist erfreulich, dass die Schulen in Baden-Württemberg überwiegend als Ort wahrgenommen werden, in denen Kinder gut aufgehoben sind", sagte Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg. Allerdings ist es aus Sicht der TK ein Warnsignal, wenn fast jedes zehnte Kind im Südwesten vor Schulbeginn über Bauch- oder Kopfschmerzen klagt. "Permanente schulische Überforderung oder Stress mit Mitschülern sind dafür oft verantwortlich", so Vogt. Wenn die Eltern im Gespräch mit ihren Kindern oder den Lehrern den Ursachen nicht auf den Grund kommen, sollte ein Schulpsychologe oder eventuell auch ein Kinderarzt aufgesucht werden, empfiehlt die TK.

Damit sich Schulen zu einer "Gesunden Schule" entwickeln, fördert die TK als Präventionsangebot ganzheitliche und umfassende Projekte von Schulen mit einer finanziellen Unterstützung von bis zu 5.000 Euro. Schulen, die sich bewerben möchten, finden die Antragsunterlagen im Internet unter www.tk.de, Suchbegriff "Gesunde Schule".

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag der TK bundesweit 1.000 Eltern befragt, in deren Haushalt ein Kind zwischen 12 und 17 Jahren lebt. Die bevölkerungsrepräsentative Umfrage wurde in der Zeit vom 21. Juli bis 1. August 2014 durchgeführt.

Grafik: Das setzt die Schulkinder in Baden-Württemberg unter Druck

Quelle:
Techniker Krankenkasse
Landesvertretung Baden-Württemberg
Presselstraße 10, 70191 Stuttgart
www.tk.de/lv-badenwuerttemberg

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