Um Hilfsbedürftige individuell angemessen zu betreuen, seien deshalb verschiedene und auch neue Modelle nötig. Darin waren sich alle Redner bei der Eröffnung der "Schillerhöhe" einig, einer in Ulm neuen Wohnform für Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Die Paritätischen Sozialdienste haben in einem Teil der ehemaligen Klinik Bertele, den sie von der Hospiz-Stiftung gemietet haben, zwei Wohngruppen mit jeweils zehn Plätzen für Demenzkranke eingerichtet. Das Konzept hat zwei Besonderheiten. Erstens kommt ein Pflegedienst stundenweise ins Haus. Zweitens können und sollen sich Angehörige in die Betreuung einbringen. Sie sollen mit ausgebildeten Pflegekräften, Ehrenamtlichen und angelernten Alltagsbegleitern zusammenarbeiten. Dies alles soll dazu beitragen, dass die Bewohner ein Höchstmaß an Individualität und Häuslichkeit erleben können. "Ein kreativer und zukunftsweisender Weg", lobte Sozialministerin Monika Stolz. Zum Altern in Würde gehörten auch Privatsphäre und Selbstbestimmung. Die "Schillerhöhe" sei ein gutes Beispiel für den fließenden Übergang von ambulanter zu stationärer Betreuung: Zu dem Haus gehört auch eine separate Tagesbetreuung. Über das neue Haus freute sich Sabine Mayer-Dölle gleich dreifach: als Sozialbürgermeisterin, als Vorsitzende des Vereins "TrotzDem", der das Projekt mit vorangetrieben hat, und als Tochter einer an Demenz erkrankten Mutter. Wichtig sei, dass die Angebote den Bedürfnissen der Menschen entsprechen, sagte sie. "Leider passen unsere Gesetze und Strukturen nicht, um Alter wirklich innovativ zu denken." Für die Innengestaltung hat sich das Ulmer Büro "4+5" ein Konzept mit Licht, Farben und organischen (Wand-)Formen ausgedacht, das Demenzerkrankten Geborgenheit und Orientierung vermitteln soll. Dieser Artikel wurde vom Förderverein "TrotzDem - Für ein Leben in Würde trotz Demenz e.V." zur Verfügung gestellt.
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